Elektronische Bauteile und Relais verkaufen: Was ist gefragt?
Kurz gefasst: Relais, Schütze, Sicherheitsbausteine und Sensoren aus Schaltschränken behalten nach dem Ausbau einen Wert, der weit über dem Materialpreis liegt, weil sie in laufenden Anlagen als Ersatzteil gebraucht werden. Entscheidend für das Angebot sind Hersteller, Artikelnummer, Zustand, Originalverpackung und Menge. Für eine Bewertung genügt eine Liste der Artikelnummern.
Wenn ein Schaltschrank zurückgebaut oder ein Ersatzteillager aufgelöst wird, landet die Steuerung meist im Fokus. Die vielen kleinen Komponenten daneben werden übersehen: Relais, Schütze, Sicherheitsrelais, Näherungsschalter, Lichtschranken und Netzteile. Genau diese Teile sind im Zweitmarkt gefragt, weil sie in Anlagen verbaut sind, die noch Jahre laufen sollen, und weil Hersteller viele Baureihen nicht mehr neu liefern.
Elektronische Bauteile und Relais verkaufen: welche Komponenten gefragt sind
Der Markt für Industrieelektronik ist deutlich breiter als der für Steuerungen. Vier Gruppen bestimmen das Geschäft.
| Gruppe | Typische Bauteile | Warum gefragt |
|---|---|---|
| Schalt- und Lasttechnik | Schütze, Leistungsschalter, Motorschutzschalter, Koppelrelais | Verschleissteile mit hohem laufendem Bedarf in der Instandhaltung |
| Sicherheitstechnik | Sicherheitsrelais, Not-Halt-Bausteine, Lichtvorhänge, Türzuhaltungen | Nachrüstungen und Ersatz sind normbedingt an bestimmte Typen gebunden |
| Sensorik | Näherungsschalter, Lichtschranken, Drucksensoren, Drehgeber | Hohe Stückzahlen pro Anlage, oft baugleich über viele Maschinen hinweg |
| Stromversorgung | Netzteile, Transformatoren, Absicherungsmodule, USV-Komponenten | Langlebig, selten defekt, im Neupreis vergleichsweise hoch |
Besonders gut vermittelbar sind Komponenten verbreiteter Hersteller, weil dafür ein grosser Bestand an Anlagen existiert. Dazu zählen unter anderem Eaton, Pilz, Sick, Phoenix Contact, Schneider Electric, Siemens, ABB, WAGO und Omron. Entscheidend ist aber nicht die Marke allein, sondern wie verbreitet die jeweilige Baureihe ist.
Was den Wert einer Komponente bestimmt
Fünf Punkte entscheiden über das Angebot. Je genauer Sie diese angeben, desto belastbarer ist die Bewertung.
- Hersteller und Baureihe: Verbreitete Baureihen haben einen aktiven Zweitmarkt, Nischenprodukte kaum.
- Artikelnummer: Sie legt Typ, Ausführung und Stand eindeutig fest. Ohne sie bleibt jede Aussage eine Schätzung.
- Zustand: Funktionsfähige Teile werden bewertet, originalverpackte und nie verbaute Ware liegt deutlich darüber.
- Originalverpackung und Zubehör: Karton, Beipackzettel und Klemmen erhöhen den Wert spürbar.
- Menge: Gebündelte Posten sind attraktiver als Einzelstücke, weil sich Prüfung und Transport auf mehr Positionen verteilen.
Materialwert oder Wiederverwendungswert
Der Unterschied ist der eigentliche Punkt. Wer einen Schaltschrank an den Schrott gibt, bekommt den Kupfer- und Stahlanteil vergütet. Wer die Komponenten einzeln bewerten lässt, verkauft Ersatzteile. Ein funktionsfähiges Sicherheitsrelais ist für einen Betrieb, dessen Anlage stillsteht, ein anderer Gegenstand als ein Stück Metall.
Deshalb lohnt es sich, vor dem Rückbau zu sortieren statt hinterher zu bedauern. Was ausgebaut und beschriftet wird, lässt sich bewerten. Was ungeordnet in einer Gitterbox landet, meist nicht mehr.
So bereiten Sie den Verkauf vor
Der Aufwand hält sich in Grenzen und zahlt sich direkt im Angebot aus.
- Artikelnummern erfassen, am einfachsten als Tabelle mit Nummer, Bezeichnung und Stückzahl
- Typenschilder fotografieren, ein lesbares Foto ersetzt in der Regel mehrere Rückfragen
- Neuware und verbaute Ware getrennt halten
- Zubehör und Originalkartons beilegen statt entsorgen
- Den Posten als Ganzes anbieten, nicht in Einzelpositionen aufteilen
Danach folgt die Bewertung, ein Angebot für den gesamten Posten und die Abholung. Bei Gewerbekunden erfolgt die Zahlung vor der Abholung gegen ordnungsgemässe Firmenrechnung. Alle Einzelheiten dazu stehen auf unserer Seite zum Ankauf von Elektrokomponenten und Industrieelektronik. Gehören Steuerungen zum Posten, ist der Ankauf von SPS der passende Bereich.
Was nach dem Ankauf mit den Komponenten passiert
Die Bauteile werden geprüft, gereinigt und getestet. Funktionsfähige Komponenten gehen zurück in industrielle Anwendungen, meist als Ersatzteil für Anlagen, die noch viele Jahre laufen sollen. Damit bleibt der Wert im Wirtschaftskreislauf, statt in der Verwertung zu enden.
Für den Verkäufer hat das einen praktischen Nebeneffekt: Ein Posten, der als Ersatzteilbestand weitervermittelt wird, bringt mehr als derselbe Posten in der Verwertung. Der Aufwand für die Erfassung ist in beiden Fällen ähnlich, das Ergebnis nicht.
Häufige Fragen
Welche elektronischen Bauteile werden angekauft?
Relais und Schütze, Sicherheitstechnik, Sensorik, Netzteile und Transformatoren sowie Klemmen und Verteiler. Dazu Bedienpanels, Steuerungen und dezentrale Peripherie, wenn sie zum selben Posten gehören.
Wie wird der Wert von Relais und Schützen ermittelt?
Über Hersteller, Artikelnummer, Zustand, Vollständigkeit und Menge. Verbreitete Baureihen in funktionsfähigem Zustand erzielen deutlich mehr als ihren Materialwert, weil sie als Ersatzteil gebraucht werden.
Lohnt sich der Verkauf einzelner Bauteile?
Bei hochwertigen Einzelteilen ja. In der Regel ist ein gebündelter Posten wirtschaftlich attraktiver, weil sich Prüfung, Abwicklung und Transport auf mehr Positionen verteilen.
Müssen die Bauteile originalverpackt sein?
Nein, aber es hilft. Originalverpackte und nie verbaute Ware liegt im Wert deutlich über ausgebauten Teilen. Ausgebaute, funktionsfähige Komponenten werden ebenso bewertet.
Wie schnell bekomme ich ein Angebot?
Sobald uns eine Liste der Artikelnummern mit Stückzahlen vorliegt, ist eine Bewertung ohne Besichtigung möglich. Bei grösseren Posten stimmen wir die Abholung anschliessend direkt ab.
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